Da hat wohl jeder Eierkünstler seine eigenen Gründe, und wahrscheinlich sind sie so vielfältig wie das Ei selbst...

Bei mir liegt der Ursprung dieser Liebe in der frühen Kindheit. Im Alter von etwa fünf Jahren schenkte mir eine Großtante ein Gänseei, auf das eine Blaumeise gemalt war, auf einem Stückchen Zaun sitzend. Von oben hingen Birkenschwänzchen und Kirschblüten herab. Es gehörte zu meinen kostbarsten Besitztümern.

Das wertvolle Stück hielt ziemlich genau drei Jahre, dann fiel es dem Staubwedel meiner Großmutter zum Opfer - wahrscheinlich, weil meine Großeltern sich inzwischen zu den Zeugen Jehovas bekehrt hatten, denen Ostereier eines von vielen heidnischen Greueln sind, die Dämonen ins Haus holen (ich weiß, das klingt schräg; ich hab es als Kind nicht verstanden und verstehe es auch bis heute nicht). Ich glaube, damals schwor ich mir, es mir eines Tages zurückzuholen.

Ich muß sechzehn gewesen sein, als ich in einem Anflug von Rebellion ein Dutzend Eier auspustete und bemalte. Rosa und blaue Bänder, ein paar Zweige, eine Vase... strahlend auf den Wohnzimmertisch gestellt...

Oh, Gott! Oh, ihr Götter - ihr anderen Götter! Mein Großvater flüchtete in die Küche und drohte, das Wohnzimmer nicht eher wieder zu betreten, bis das dämonische Machwerk entfernt sei. Ich brachte es schließlich in mein Zimmer, aus dem ich nun meinerseits erst mal nicht herauskam und überantwortete die Eier schließlich meiner Mutter - bei der sie nun schon 35 Jahre überlebt haben (an dieser Stelle ein dickes Danke, Mama!).

Nachdem ich mich einige Jahre später aus den Fängen der Zeugen Jehovas befreit hatte, entstand immer mal das eine oder andere Ei, als besonderes Geschenk für gute Freunde oder als Dankeschön, aber noch war der Funke nicht so recht gezündet. Es war eher eine schwelende Glut, die auf den richtigen Moment wartete, zu einer stetig brennenden, hellen Flamme zu werden. Der Moment kam, als ein verschenktes Ei eine ganz unerwartete Begeisterung auslöste. Da war es, das kindliche Staunen, die reine Freude, die ein schönes Ei bedeuten sollen. Und das fuhr mir in den Pinsel.

Ich stürzte mich plötzlich in die Fertigung religiöser Motive (ich bin katholisch, ich darf das!), malte nebenher, nur so zum Spaß, Blumen, Vögel und Schmetterlinge und steigerte mich von Ei zu Ei. Bis die Fräse Einzug hielt. Und davon erzähle ich beim nächsten Mal...

 

Kommentare
Dies ist ein Mustertext. Füge hier deinen eigenen Text ein.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat. Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi.
Kommentare
Mehr

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!